Svens Blog

Bald Copyright-Schnüffler an jeder Grenze?

Ein Artikel der TAZ beschäftigt sich mit dem neuen drohenden Urheberrechtsabkommen, das dazu führen könnte, dass wir bald an den Grenzen nach illegalen Musikdateien abgesucht werden.

Da man den Frosch nicht ins kochende Wasser werfen will hat man mit ähnlichem Vorgehen schon an mehreren Grenzen begonnen, die USA suchen nach Terroranschlagsplänen, die Kanadier nach Kinderpornographie, und garantiert noch ne Hand voll anderer Länder nach ähnlichen Dingen. Wer würde sich schon weigern, seinen Laptop nach Kinderpornos durchsuchen zu lassen? Schließlich wäre man sofort verdächtig, und mit sowas will man schließlich nichts zutun haben.

Die Qualität der Durchsuchung ist an den meisten Grenzen garantiert ganz großes Tennis:

“Der Zöllner schaute in den Ordner “Meine Bilder” und gab freimütig zu, er suche nach Pornographie.”

Soso, im Order “Meine Bilder” schauen die also nach. Würde mich mal interessieren, ob sie auch unter C:\Bilder gucken, oder das 50mb Trucrypt Image C:\Windows\temp\driver32.tmp finden würden. Ob die auch die Zeit haben, alle USB Sticks und CDs zu durchsuchen die man so dabei hat? Haben Terroristen und Pädophile der heutigen Zeit nicht eh alle irgendwo verschlüsselten online Speicherplatz? Tja lieber Zoll, so einfach wie mit der Suche nach Drogen ist das heutzutage nicht mehr.

Also meine Meinung ist, dass sowas nicht funktioniert. Leute, die so krass was zu verbergen haben wie die beiden oben genannten Personengruppen, haben einfach zu viele Möglichkeiten ihren Kram zu verstecken. Die müssen ja eh schon überall große Aufwände treiben um sich zu schützen, für die ist das also nix Neues.

“Beim Grenzübertritt sollen sie noch deutlich regelmäßiger als jetzt auf die Inhalte von Computern, MP3- und Videospielern schauen, um festzustellen, ob ein Reisender illegal aus dem Netz geladenes Material einzuführen versucht.”

Bei Musik-Konsumenten sieht das schon ganz anders aus, die haben eigentlich nichts was sie verstecken müssen. Wer will schon seinen iPod jedes mal löschen, wenn er über die Grenze fliegt? Der Zoll hat überhaupt keine Möglichkeit zu erkennen, ob ich die Musik auf meinem iPod gekauft habe. Er ist nicht einmal in der Lage zu erkennen, ob die Musik auf dem iPod von meinen originalen CDs zuhause stammt, oder ob ich die Musik legal im iTunes Store gekauft habe. Also was soll das dann bringen? Erwarten die auf jedem Laptop 2 Ordner für Musik zu finden “Legal”, “Gesaugt”? Das ist doch völlig lächerlich.

Das wird höchstens dazu führen, dass man tausenden treuen Musikkäufern ans Bein pisst. Oder es wird bald die Einrichtung einer zentralen Datenbank gefordert, in der festgehalten werden muss, welcher Bürger welche Musik gekauft hat. Schließlich würde man damit die schändlichen Diebe endlich dingfest machen können.

Es ist ja alles nur gut für uns:

“Es gehe um den Schutz der Kreativen, von Künstlern, Erfindern und Investoren.”

Und noch ein bischen besser für die Musikindustrie. Wer glaubt das die Künstler was davon haben, der hat in den letzten Jahren keine Nachrichten gelesen.


USA warnen vor Datendiebstahl bei Einreise nach China zu den Olympischen Spielen

Artikel auf usatoday.com: Olympic visitors’ data is at risk

Zitat: “Equipment left unsupervised for just minutes in a hotel or even during a security screening can be hacked, mined and bugged,”


*prust!* Welches Land war das noch gleich, das sich das Recht nimmt, alle Datenträger von Einreisenden aus Sicherheitsgründen durchsuchen und kopieren zu dürfen?

Siehe Artikel auf Heise.de: Proteste gegen Datenschnüffelei an US-Grenzen

Wenn ich solche scheiss Propaganda lese, dann muss ich echt kotzen!


Aktionstag gegen Überwachung - Nächsten Samstag in vielen Städten

Siehe Link


SEK Einsatz wegen Farbschmiererei am Geburtshaus des Papstes

Die Sache ist schon was älter, dazu hatte ich damals schon was geschrieben. Nun gab es wohl nach über einem Jahr mal einen Bericht beim MDR darüber.

Auf Politblog.net wird der ganze Fall nochmal ausgiebig erklärt und mit interessanten Links verziert. Sehr lesenswert und irgendwie auch sehr schockierend.

Sowas kann es auch echt nur ein Bayern geben, oder? Jedenfalls innerhalb Deutschlands.


Offline Durchsuchung

Annalist beschreibt in ihrem Blog nochmal ausführlich, wie es so war, als eines Morgens die Polizei vor der Tür stand und die Bude ausgiebigst durchsucht hat.

Wer es noch nicht gehört hat, es ging dabei um einen Berliner Soziologen, der wegen der Wortwahl in seinen wissenschaftlichen Veröffentlichungen unter Terrorverdacht geraten, und Monate lang überwacht worden ist. Offensichtlich ohne Ergebnis.

Artikel dazu auf Heise.de


Hemmungsloser Datenaustausch mit den USA

Bald bekommen die USA von Deutschland sogar Informationen über sexuelle Vorlieben und Gewerkschaftszugehörigkeit von sog. “Terror verdächtigen”. Jedenfalls wenn der Bundespräsident zustimmt, und Bundestag und Bundesrat das Gesetzt beschließen. Bleibt also noch ein bisschen Hoffnung.

Stellt sich nur die Frage: Was haben die sexuellen Vorlieben eines Verdächtigen mit Terrorismusbekämpfung zu tun? Vielleicht “Wer Sex nicht nur in der Missionarsstellung hat ist nicht wirklich religiös und kein ernst zu nehmender Terrorist?”.

Und wem haben wir das zu verdanken? Schäuble und Zypries arbeiten Hand in Hand mit dem US Heimatschutzministerium. Warum arbeitet Deutschland mit so einer Behörde zusammen? Wenn man so die Nachrichten liest, was die so machen, dann läuft es einem echt kalt den Rücken runter. Mir fehlen da wirklich die (legalen) Worte.


Durchsuchung wegen zu viel Taschengeld

Interessanter Artikel auf Lawblog.de, über einen Polizeibeamten, der offenbar eine Durchsuchung für angemessen hält, nur weil ein jugendlicher 400 Euro auf einer öffentlichen Party dabei hat. Könnte ja ein Drogendealer (oder was auch immer) sein. So viel mal wieder zur Unschuldsvermutung. Vermutlich ein Einzelfall, aber das erinnert mich an einen Kollegen von mir, der Beamter ist, und der mir ausführlich erzählt hat, dass er als Beamter im Dienst über dem Gesetz steht und sich prinzipiell über alles hinweg setzen darf.

Meine Vermutung dazu ist ja, das die bei der Polizei einfach so wenig verdienen, dass sie sich nicht vorstellen können, dass es auch deutlich wohlhabendere Menschen als sie selbst gibt.


Wie bringt man unliebsame Mitmenschen möglichst einfach ins Gefängnis?

Ganz einfach, man schickt ihnen einen Link.

Bleibt noch die Frage wo man so einen Link herbekommt, aber ich denke mit einigen Mühen sollte sich so ein Link auftreiben lassen, ohne dabei selbst ins Fadenkreuz des FBI zu kommen.

Solche Ermittlungsmethoden sind wirklich das Allerletzte. Ein Klick auf einen Link sagt überhaupt nichts aus, schon gar nicht was die Person wirklich gesucht hat. Das Missbrauchspotential ist einfach unglaublich.


Bitte treten Sie zurück, Frau Zypries

Der Forderung des AK Vorratsdatenspeicherung, Frau Zypries möge zurücktreten, kann ich mich ebenfalls nur anschliessen.


Gutachten des Freiburger Max Planck Institutes zur Vorratsdatenspeicherung

Auf Netzpolitik.org gibt es einen Bericht über das gerade veröffentlichte Gutachten des Max Plack Institutes zum Thema Vorratsdatenspeicherung. Demnach liegt der Nutzen annähernd bei Null.

Heise schreibt ebenfalls darüber. Laut Heise ist diese Gutachten nicht neu, es wurde nur bisher, auch vor dem Bundestag, unter Verschluss gehalten. Super das unsere Politiker so gut mit Informationen versorgt werden bevor sie weitreichende Entscheidungen treffen müssen.


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