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Justizwillkür in Dubai

Jetzt hab ich doch glatt noch einen krassen Artikel über Fefes Blog gefunden, zu dem ich mal meinen Senf abgeben muss.

Da wurde in Dubai am Flughafen ein Brite festgenommen und zu 4 Jahren Haft verurteilt, weil er die Menge von 0,003g Cannabis auf dem Schuh hatte! 0,003g, das ist weniger als man mit dem Auge überhaupt sehen kann. Das ist feinster Staub. So viel Cannabis hat vermutlich jeder Mensch am Körper, alleine weil er auf diesem Planeten wohnt und weil es diese Pflanze auf diesem Planeten nunmal gibt.

Und da sind noch weitere Knaller aus der Vergangenheit in dem Artikel:

” One man has even been jailed for possession of three poppy seeds left over from a bread roll he ate at Heathrow Airport.”

Ich wusste ja auf Anhieb nicht was “poppy seeds” sind. Nachschlagen hat dann ergeben, dass es um Mohnkrümel geht! Um _Mohnkrümel_ wie sie auf jedem Mohnbrötchen drauf sind. Der wurde verhaftet weil der sich nach dem Möhnbrötchen nicht die Zähne geputzt und den Mund ausgespült hat!

Ich hab in der Vergangenheit schon mal einen ähnlichen Artikel gelesen, wo noch andere Fälle aufgelistet waren. Menschen bei denen Mengen Drogen gefunden wurden, die mit bloßem Auge unsichtbar sind, die dann zu drakonischen Strafen verurteilt wurden.

Da wurde sogar jemand zu 3 Monaten Knast verurteilt, weil er im Flughafen Liegestütze gemacht hat. Grund: “Belästigung des Flughafenbodens”.

Wenn ich all das lese stellt sich mir die Frage: Warum wird der Flughafen überhaupt von unseren Fluggesellschaften angesteuert? Ich würde niemals dort zwischenlanden wollen, denn diese Fälle sind ganz offensichtlich völlige Willkür. Wenn man lange genug sucht, findet man an jedem Menschen irgendetwas, das man mit dem Auge nicht sehen kann. Das ist doch kein Flughafen den man seinen Kunden als Zwischenstation anbieten kann, da kann ich ja besser in Bagdad zwischenlanden.

US-Musikindustrie wünscht sich Filterprogramme auf jedem Computer

Offenbar hat man in den USA jetzt erkannt, dass man mit Filtern im Internet nicht wirklich gegen verschlüsseltes Filesharing ankommt. Daher schlägt der RIAA Chef Cary Sherman jetzt als Lösung vor, dass auf jedem Computer ein Filter sein sollte, der unerwünschte Daten, wie Copyright geschützte Musik, vollständig abblockt.

“The only way to make it work is to mandate the filters or have ISPs mandate that users install them to get on the Internet.”

Er will also Filter einführen, die per Gesetz jeder auf seinem Rechner installieren muss, damit er mit dem Rechner ins Internet darf. Erinnert mich wieder stark an TCPA.

Und das alles wegen _scheiß Musik_. Die Idee halte ich für genau so sinnvoll wie Polizisten in jedem Haushalt, damit niemand etwas geklautes versteckt in einer Tasche in die Wohnung tragen kann, ohne dass es bemerkt wird. Die Musikindustrie maßt sich hier mal wieder Dinge an, die ihr einfach nicht zustehen. Es ist _nur beschissene Musik_. Mit der Angelegenheit, wie die MI mit Copyright-Verletzungen klar kommt, habe weder ich, noch mein Computer, noch mein Netzbetreiber, noch sonstwer was zutun. Es ist mir schlicht egal, und ich sehe nicht ein warum die MI überall reinpfuschen will nur um sich gegen Bagatellen zu verteidigen. (Link gefunden über Fefes Blog.)

Jetzt will man ja in den USA auch noch die Universitäten dazu verpflichten, sich am Kampf gegen Filesharing zu beteiligen.

Auch hier stellt sich mir die Frage: Was haben die Universitäten mit den Angelegenheiten der Musikindustrie am Hut? Die Universitäten sind dazu da, den Menschen Wissen, und die Fähigkeit selbst zu denken zu vermitteln. Sie sind keine Hilfssheriffs der Musikindustrie, und auch nicht dazu da, die Studenten an die Titten der Musikindustrie zu pressen, in dem sie legale Musikangebote zur Verfügung zu stellen. Die Universitäten sind keine Plattenläden.

US Zoll durchsucht Laptops und kopiert Daten

Der Spiegel berichtet über Vorfälle, bei denen der US Zoll Computer und Handys von Einreisenden durchsucht. Dabei wurden laut dem Bericht nicht nur Geräte vor Ort durchsucht, sondern auch Daten kopiert. Offenbar handelt es sich nicht um Einzelfälle sondern um regelmäßiges Vorgehen.

Die Amis spinnen mal wieder völlig. Als wenn sie damit irgendwen mit böswilligen Absichten erwischen würden… Ich frage mich was passiert wenn man sich weigert das Passwort rauszugeben.

Videoüberwachung und Hundekot

Eine Bank nutzt ihre Videoaufzeichnungen und Kundendaten um die Identität einer Frau zu ermitteln, deren kleine Tochter Hundescheiße an den Schuhen hatte als sie an den Geldautomaten gegangen ist.

Artikel der Stuttgarter Zeitung

Ich hoffe mal das hat ein ordentlichen Nachspiel, das ist ja ein datenschutz-technischer Albtraum. Konsequenterweise hätte die Bank der Frau auch gleich die fällige Reinigungsgebühr vom Konto abbuchen können, schließlich hätte man die Daten ja sicher auch gehabt.

Update:

Die Bank behauptet nun, es hätte sich bei der Verunreinigung nicht um Hundekot gehandelt, sondern das Kind hätte sich in der Filiale “erleichtert”. Ich halte es trotzdem für sehr fragwürdig ob es zulässig war hier die Kundendaten der Bank zu verwenden.

Das Auge des großen Bruders?

Auf Golem findet sich ein Artikel über eine Kamera, welche sich als Amulett um den Hals tragen lässt, und fortan alles aufzeichnet was der Träger so tut. Bisher handelt es sich bei dieser Kamera nur um ein Konzept der Firma NEC Japan, aber Microsoft hat ja schon vor einiger Zeit etwas Ähnliches entwickelt.

Grundsätzlich finde ich das jetzt nicht weiter schlimm, angesichts der aktuellen Politik halte ich es aber fast für besser solche Geräte in der Schublade zu lassen. Denken wir mal weiter, dann kann man mit hundertprozentiger Sicherheit davon ausgehen, dass solche Geräte, sollten Sie denn einmal weite Verbreitung finden, auch bei der Strafverfolgung, und im Zweifel auch zum Schaden des Besitzers, ausgewertet werden. Herr Schäuble betrachtet ja jegliche Systeme, die Daten egal welcher Art speichern, als Ziel seiner Schnüffelgelüste. Das erinnert mich nun wieder an den Vortrag auf dem 24C3 zum Thema Bundestrojaner. Dort ging es unter Anderem darum, dass für die heutige Generation der Computer weit mehr als nur eine erweiterte Schreibmaschine darstellt, sondern im Begriff ist, eine Erweiterung unseres Gehirnes/Gedächtnisses zu werden. Und das wird am Beispiel dieser Kamera aus dem Artikel sehr deutlich. Diese Kamera dient als erweitertes Gedächtnis, sie ist weniger Schreibmaschine als vielmehr Teil des Menschen der sie trägt. Eine ‘Durchsuchung’ eines solchen Gerätes durch staatliche Stellen würde ich als massiven Eingriff in sowohl meine Privatsphäre, wie auch in die Privatsphäre eines Jeden den ich den Tag über gesehen habe betrachten. Es wäre als würde man in das Gehirn das Trägers schauen und auswerten was er den Tag über erlebt hat.

In wenigen Jahren hat ein solchen Gerät vermutlich eine Auflösung von mehreren Megapixeln, bildet alles in der Umgebung äußerst scharf ab, macht vermutlich noch Tonaufzeichnungen und bringt gleich einen GPS Empfänger mit. Dann noch eine Verbindung ans Handynetz, dann ist die Überwachung perfekt. Wie ich schon einmal anmerkte, Orwell hat vermutlich gar nicht weit genug gedacht, denn vor so einem Gerät kann man sich nicht mehr in der Ecke verstecken wie es bei 1984 noch möglich ist.

Heute ist man ja schon verdächtig wenn man sein Handy ausschaltet oder sich verabredet ohne die vollständige Adresse des Treffpunktes zu nennen (siehe diverse Berichte über die Ermittlungen zum Thema ‘militante Gruppe’ ). Vielleicht ist man irgendwann verdächtig wenn man kein solches Aufzeichnungsgerät dabei hat, wer weiß schon was im Kampf gegen den Terror/Kinderpornos/Raubkopierer in Zukunft noch alles möglich ist.

Ich hoffe jedenfalls das es niemals so weit kommt, ich denke nur das man sich der Möglichkeiten bewusst sein muss, wenn man leichtfertig neue Technologien verbreitet. China oder Deutschland, auf den Routern liegt der Unterschied nur in der Konfiguration.

Open Source Verschlüsselungssoftware TrueCrypt in neuer Version

Die Open Source Verschlüsselungssoftware TrueCrypt wird, laut Angaben auf der Webseite, heute in der Version 5.0 erscheinen.

Eine wichtige Neuerung ist die angekündigte Möglichkeit, nun nicht mehr nur verschlüsselte Volumes erzeugen zu können, sondern auch eine Windows Partition als solche komplett zu verschlüsseln. Des weiteren soll es nun auch eine GUI Version für Linux, sowie erstmals auch eine Mac OS X Version geben.

Meine persönliche Meinung dazu:

Die bisherigen TrueCrypt Versionen waren immer sehr gut, daher bin ich guter Hoffnung das auch die 5.0 ein Erfolg sein wird. Die Software wird als Open Source entwickelt und ist weit verbreitet, daher kann man davon ausgehen das sich hier keinerlei Backdoors finden werden. Die verwendeten Algorithmen sind aus heutiger Sicht als sicher zu betrachten.

Ob es Sinn macht sein Betriebssystem vollständig mit TrueCrypt zu verschlüsseln halte ich für fraglich. Eine vollständige Verschlüsselung des Betriebssystems führt zu einem erheblichen Overhead, und damit zu einem langsamen System. Das Betriebssystem an sich ist nichts privates das ich verstecken muss, lediglich meine privaten Daten möchte ich vor unbefugtem Zugriff schützen, daher sollte es reichen diese zu verschlüsseln.

Gegen einen staatlichen Angreifer (Thema Onlinedurchsuchung) kann man sich mit so einem Programm ohnehin nicht schützen, denn in dem Moment wo man das verschlüsselte Betriebssystem gebootet, oder das verschlüsselte Volume eingebunden hat, sind die Daten sowieso wieder für jegliche auf dem Rechner installierte Schadsoftware zugänglich. Im Zweifel wird ein Hardware Keylogger, der als kleiner Stecker zwischen Rechner und Tastatur gesteckt wird, das Passwort für die verschlüsselten Bereiche liefern.

Neben meinen privaten Daten sind allerdings auch sämtliche Bereiche in denen Temporär-Dateien abgelegt werden schutzbedürftig, ebenso wie der/die Pagefile(s). Diese Bereiche sollten unter Windows entweder beim herunterfahren des Rechnern komplett gereinigt werden, oder ebenfalls verschlüsselt sein. Ob sich das irgendwie sinnvoll einrichten lässt weiß ich leider nicht, sonderlich einfach dürfte es nicht sein, daher könnte man hier evtl. doch wieder die Verschlüsselung der Systempartition in Betracht ziehen wenn man auf Nummer sicher gehen will.

Unter Linux ist es jedenfalls erheblich einfacher diese Unterteilungen zu treffen und nur notwendige Bereiche zu verschlüsseln. Mit der alternativen Installations-DVD des aktuellen Ubuntu lässt sich solch eine Verschlüsselung bei der Installation einrichten.

Schönes befreites Afghanistan

Die Welt berichtet, dass in Afghanistan ein Student hingerichtet werden soll, weil er sich Texte über Frauenrechte aus dem Internet heruntergeladen hat.

“Es handele sich um einen Fall von “religiösem Verbrechen”. Das Grundgesetz Afghanistans beruhe auf dem Islam.”

Ist ja schön zu sehen wie ‘frei’ und ‘gerecht’ das Land geworden ist nachdem es von den Amerikanern ‘befreit’ wurde.

Deutschland und der Folterstaat Usbekistan

Interessant mit wem Deutschland so Politik macht. Dieser Bericht von Monitor kam gestern abend im Fernsehen, die Sendung gibt es auf der Webseite zum Anschauen.

VDS Daten bald auch für die Musikindustrie?

Offenbar ist schon ein entsprechender Gesetzesentwurf in der Mache, der es ermöglichen soll der Musikindustrie Zugriff auf die per VDS gesammelten Daten zu geben. Ohne richterlichen Beschluss versteht sich.

Entsprechendes fand sich heute in einem Artikel der WAZ. 

Damit wäre dann der Weg frei für die Musikindustrie, jegliche Nutzer von P2P Software, die angeblich urheberrechtlich geschütztes Material getauscht haben sollen, massenhaft zu verklagen. Wie der eindeutige Nachweis der Schuld erbracht werden soll bleibt auch weiterhin offen, hier musste die Musikindustrie ja in der Vergangenheit diverse Schlappen einstecken.

Der Europäische Gerichtshof spricht hier glücklicherweise eine ganz andere Sprache, es hält die Herausgabe von Nutzerdaten in Zivilprozessen für nicht mit europäischen Recht vereinbar. Mal schauen wie lange das so bleibt, bisher habe ich immer öfter das Gefühl das die EU nur dazu dient Wirtschafts- und Überwachungsinteressen durchzusetzen, gegen die sich der Bürger noch weniger wehren kann als gegen all den anderen Mist der in der Politik so passiert (“Wir mussten dem Gesetz zustimmen, die EU sagt ja das wir es müssen.”).

Endlich mal eine Äußerung der Kirche zu Schäubles Plänen

Nachdem die Presse sich schon quasi kommentarlos den Informantenschutz hat untergraben lassen hatte ich ja schon befürchtet die Kirche würde auch nichts dazu sagen, dass Schäuble jetzt auch das Beichtgeheimnis, zum heiligen Zweck der Terrorbekämpfung, praktisch ausser Kraft setzen will.

Artikel auf Heise.de